Willkommen in Jena

Die Stadt Jena wird erstmals im Hochmittelalter im Jahre 1182 urkundlich erwähnt. Jena ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens. Sie liegt an der Saale eingebettet in die Muschelkalkhänge der Ilm-Saale-Platte. Mittelalterliche Texte römischer Geschichtsschreiber bezeichnen Jena auch als Athen an der Saale, ein Faktum, das wohl auch in dem prosperierenden Weinbau ursächlich begründet ist. Mehrere Klöster siedelten sich in Jena an, wie im Jahre 1286 das Dominikanerkloster und 1301 das Zisterzienserinnenkloster.

Jena ist vor allem durch die im 19. Jahrhundert einsetzende Entwicklung zum Industriestandort bekannt. Das Unternehmen Carl Zeiss, das in der Optik- und Feinmechanikindustrie anzusiedeln ist, war international sehr erfolgreich und zu DDR Zeiten das Vorzeigekombinat mit etwa 60.000 Mitarbeitern. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts, nach der Wiedervereinigung, entwickelte sich Jena vom Industrie- zum Bildungs- und Wissenschaftsstandort. Die bereits 1558 gegründete Universität, die heute den Namen Friedrich-Schiller-Universität führt und einen internationalen Ruf genießt, zählt fast 25.000 Studenten und ist damit die größte Hochschule in Thüringen. Darüber hinaus haben sich zahlreiche wissenschaftliche Institute und Forschungslabors dort niedergelassen.

Jena wurde im Jahre 2007 für das darauf folgende Jahr der Titel "Stadt der Wissenschaft des Jahres 2008" verliehen, was in der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtentwicklung begründet ist. Die Stadt bezeichnet sich nicht zu Unrecht selbst auch als "Lichtstadt". Dieser Attribuierung liegt zugrunde, dass Jena sich durch die Vereinigung von Wissenschaft und Hochtechnologie auszeichnet und zahlreiche Menschen in den Wissenschafts- und Forschungszentren an neuen Erkenntnissen arbeiten, die bildlich gesprochen Licht ins Dunkel bringen. Neben den universitären Forschungseinrichtungen unterhalten etwa 130 Firmen in Jena eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Der Wissenschaftsstandort schlägt sich auch bei den Bildungsabschlüssen der Bevölkerung Jenas nieder. So verfügen 23 Prozent der Beschäftigten über einen Hochschulabschluss.

Jena ist jedoch nicht nur ein attraktiver Standort für Wissenschaft und Wirtschaft sowie für die Bürger ein geschätzter Wohnort, sondern bietet auch eine ganze Reihe von touristischen Zielen. So versteht sich Jena ebenso als Kulturstadt. Im Sommer führt die Stadt über mehrere Wochen zahlreiche Open-Air-Konzerte unterschiedlicher Musikrichtungen durch, die durchschnittlich insgesamt 70.000 Besucher zählen. Auch die Philharmonie Jenas hat in den letzten Jahren den Ruf eines Orchesters von hoher Professionalität und Kreativität erarbeitet. Als weiteres touristisches Highlight ist das Carl-Zeiss-Planetarium zu nennen, das nicht nur das älteste Planetarium weltweit ist, sondern auch durch seine Laser-Ganzkuppel-Projektionen viele Besucher anzieht.

Auch dem Naturliebhaber bietet sich in Jena und der Umgebung einiges Außergewöhnliches. Durch die Lage der Stadt im Saaletal zwischen zum Teil von Mischwäldern überdeckten Muschelkalk- und Buntsandsteinhügeln sind die Sommer trocken und heiß, was auch zur Ansiedlung von zahlreichen, seltenen Orchideenarten beigetragen hat. Wegen der klimatischen und geografischen Bedingungen wird die Region um Jena auch "Toskana des Ostens" genannt.

Darüber hinaus existieren außerdem noch die sogenannten "Sieben Wunder von Jena", die Sehenswürdigkeiten bezeichnen, mit denen bereits seit dem 17. Jahrhundert für die Stadt geworben wird. Dazu zählen
ein Kreuzbogen unterhalb des Altars der Stadtkirche, der im Mittelalter die einzige Zufahrt zum Zisterzienserkloster war, die Schnapphansfigur am Rathaus, deren Original heute im Stadtmuseum zu besichtigen ist, und ein von Jenaer Studenten zu Beginn des 16. Jahrhunderts angefertigter siebenköpfiger Drache, der jetzt ebenfalls jetzt im Stadtmuseum steht. Zu den Wundern gehört außerdem der Jenzig, der mit 385 Metern der höchste Berg Jenas ist, die alte Camsdorfer Brücke, die aus neun Steinbögen bestand und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört und nach dem Krieg wieder errichtet wurde, sowie der Fuchsturm, der als alter Bergfried zur Burg Kirchberg gehörte. Das siebte Wunder Jenas ist das 1898 abgerissene ­Weigelsche Haus aus dem 17. Jahrhundert. Für die damalige Zeit war es technisch auf einem Niveau, das es zu einer weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Sehenswürdigkeit machte. Der Mathematikprofessor Erhard Weigel hatte hier eine Weinleitung aus dem Keller sowie einen Aufzug installiert und lange Röhren im ganzen Haus angebracht, die bis durch das Dach führten und so zur Beobachtung von Sternen dienten.
Fünf der beschriebenen „Sieben Wunder“ gibt es auch heute noch.